
Was riecht denn da so schön? Das scheint sich Isabel auch seit gestern zu fragen. Bisher hat Sie ja am Abend immer schön getrunken und fleißig geclustert, dass sie dann
nachts schön geschlafen hat. Nun
gestern war davon nichts mehr zu merken. Alle zwei Stunden wollte sie gestillt werden nachdem Sie schon fast fünf Stunden lang immer wieder bisschen was getrunken hat, kurz eingeschlafen ist und nach dem Aufwachen gleich wieder rumgemosert hat. Schreiend ist noch kein Kind eingeschlafen und so war gestern wirklich eine anstrengende Nacht. Aber
was ist denn der Grund, warum sich unsere Kleine nicht recht beruhigen lässt?Zwei Ideen haben wir bis jetzt, die in den nächsten Tagen genauer "erforscht" werden. Einmal kann es vorkommen, dass Babys
mehr Milchbedarf haben, wenn sie einen Schub haben. Das kann ein Entwicklungsschub sein wenn die Neugeborenen wachsen oder eben einen geistigen Schub machen, was dann nicht so sichtbar ist. Nun Isabel hat nun schon 300 Gramm zugelegt gegenüber dem Geburtsgewicht und ist schon zwei Zentimeter gewachsen, wie wir heute beim Herzultraschall erfahren haben. Nebenbei gesagt, war Isabel ganz lieb beim Onkel Doktor und hat nicht geschrien als sie mit Elektroden verkabelt wurde. Auch der Herz-Ultraschall war kein großer Akt. Echt lieb und knuffig sowas zu sehen. Aber zurück zum Thema. Es kann also sein, dass sie eben noch ein wenig wächst und deswegen derzeit mehr Milch braucht.
Die andere Idee ist eines der Sinnesorgane.
Der Geruchssinn! Wie schon geschrieben, trinkt Isabel ein wenig bei Mama und dann ist wieder Unruhe. Man hat das Gefühl
sie weiß nicht so recht ob sie trinken soll, ob sie schlafen soll oder ob sie vielleicht doch gerade einen kleinen Furz rauszupressen versucht. Nachdem Ramona dann gestern nach zwei Stunden schon wirklich mit den Nerven am Ende war, weil wir dann keine Idee mehr hatten, was die Kleine wohl hat habe ich sie genommen und dann war auch bald Ruhe. Hier haben wir schon ein paar mal gelesen, dass
der Nachwuchs durchaus die Muttermilch riecht und deshalb immer wieder zum Trinken animiert wird bzw. das Hungergefühl angeregt wird.Wie habe ich so schön bei "
Das Neugeborene in der Hebammenpraxis" gelesen:
"Kaum ist das Kind auf der Welt, erlebt es eine Vielzahl völlig neuartiger Gefühle. Eines davon ist Hunger! Leboyer (3) hat sehr einfühlsam beschrieben, wie es wohl sein mag, wenn der Hunger im Kind erwacht. Vielleicht ist es tatsächlich so, dass der Hunger dem Baby wie ein Ungeheuer erscheint, welches aus der Tiefe seines Körpers auftaucht. Vielleicht kann es aber auch gar nicht recht entscheiden, ob es von außen oder von innen kommt. Auf jeden Fall ist diese Gefühl neu, es ist intensiv, es scheint sein Leben zu bedrohen. [...]
Da das Hungergefühl so unerwartet ist und das Kind bislang noch keinerlei Bewältigungsstrategien entwickelt hat, erklärt es sich, warum ein Baby so bitterlich schreit, wenn es Hunger hat.
Es hat noch kein Vertrauen darauf entwickelt, dass dieser Hunger auch gestillt wird, und ihm stehen im Moment auch keinerlei Möglichkeiten zur Verfügung, diese "Ungeheuer" zu beruhigen. Sein jämmerliches Geschrei deutet also einerseits auf das Gefühl existenzieller Bedrohung hin, ist auf der anderen Seite aber ein unmissverständliches Signal für die Umwelt, dass zum sofortigen Handeln auffordert."
Heute Nachmittag war es wieder so. Ramona hatte
keine Chance die kleine zum Schlafen zu bewegen so hab
ich es in das Tragetuch gepackt und nach einer Minute war Ruhe und wenige Minuten später hat unser Sonnenschein geschlafen. Natürlich fragt sich Ramona nun zu Recht, wie es dann ab nächster Woche werden soll, wenn ich wieder arbeiten gehe. Aber ich kann sie nur beruhigen, dass
wir das Kind schon schaukeln werden und auch für diese Trotzphasen eine Lösung finden werden.
Wie hat Patrick, ein Kollege von mir, mal gemeint?
Es würde wirklich viel helfen wenn die Kleinen einfach mal sagen würden was das Problem gerade ist...