Das kann ich euch sagen, einfach mal lächeln und immer hübsch lieb sein. Letztes Wochenende war es ja soweit, und meine Oma und mein Opa aus Forst sind ganz ganz weit gefahren mit dem Auto, nur um mich zu sehen. Kann man sich fast gar nicht vorstellen, oder? Aber es war tatsächlich so. Jedenfalls wurde mir berichtet, dass sie am Freitag früh um 9 Uhr in Forst, dass ist da, wo meine Mama geboren ist, losgefahren sind und am Nachmittag war es dann nach 650 km soweit. Zum Mittagsschlaf hatte mich meine Mama auf die Couch gelegt, in meine blaugestreifte Babydecke eingekuschelt. Als Oma und Opa dann in die Wohnung kamen, hatte sich mein Opa auf die Couch gesetzt und erstmal was getrunken. Natürlich hat er mich nicht dort gesehen, ich war auch ganz leise. Meine Oma in der Zeit lief durch die ganze Wohnung und schaute überall in die Babybetten und fragte dann meine Mama: „Wo ist denn das Kind?“ Die sagte dann, dass ich auf der Couch liege neben dem Opa. Der Opa drehte sich ganz entsetzt erstmal um, und suchte mich. Das war vielleicht lustig, denn er hatte mich echt gar nicht bemerkt, als er sich setzte. Und nun begann meine Aufgabe, nämlich mich gleich in die Herzen meiner Großeltern einzubrennen. Ich lag da, ganz ruhig und lieb. Muss ja auch zugeben, an dem Freitag war ich etwas sehr müde. Aber gleich wurde ich dennoch von beiden begutachtet und unentwegt angeschaut. Muss ja zugeben, dass hat mir schon gefallen, die ganze Aufmerksamkeit.
Wir sind dann auch noch zum Wochenmarkt mit meinem Kinderwagen gelaufen, und meine Oma wollte unbedingt den Kinderwagen schieben, die ganze Zeit. Meine Mama und mein Papa und auch mein Opa waren aber auch dabei, auch wenn ich sie nicht gesehen hab, nur meine Oma guckte immer in den Wagen.
Am Samstag dann sind wir in ein Möbelhaus gefahren zum Stühle kaufen, weil mein Opa nämlich den einen Stuhl am Esstisch kaputt gemacht hat und einer war schon kaputt. Und nun hat es sich endlich mal gelohnt, vier neue zu kaufen. Und da ich ja noch mein Vitamin D und Flur aus der Apotheke brauchte, sind wir alle durch den Riemer Park zur Apotheke spaziert. Aber auch hier hab ich nur meine Oma gesehen, die wieder den Kinderwagen geschoben hat. Jedenfalls hatte ich ein tolles Wochenende mit Oma, Opa, Mama und Papa und ich war auch ganz lieb. Wenn ich doch mal etwas schreien musste, wurde ich gleich von Oma durch die Gegend getragen. Das mag ich ja unwahrscheinlich gern, nur Mama und Papa warten immer ein bißchen ab, ob ich mich nicht doch wieder beruhige, bevor sie mich hochnehmen. Aber Oma macht das freiwillig sofort. Das muss ich mir auf alle Fälle merken, für die nächsten Besuche bei Oma oder wenn sie wieder mal in München ist. Jedenfalls hab ich viel gelächelt, geschlafen und wenig geschrien. Ich wollte ja einen guten Eindruck hinterlassen. Immerhin will ich ja, dass sie wiederkommen.
Am Sonntag nach dem Frühstück sind sie dann wieder aufgebrochen und in ihre Heimat zurückgefahren. Aber ich muss sagen, es war ein wirklich nettes Wochenende und meine Oma und mein Opa sind auch echt nett, zum Glück, wenn die kann ich ja nicht mehr umtauschen – aber will ich ja auch gar nicht.
Ach, und ganz viel Geschenke hab ich auch bekommen. Ein riesiges Paket mit Klamotten – mit Rüschen, ohne Rüschen, in rosa oder einer anderen Farbe, langärmlich oder kurzärmlich von Größe 62 bis 74. Auch was ganz hübsches für die diversen Hochzeiten, auf die ich dieses Jahr mit meiner Mama und meinem Papa eingeladen bin. Da kann ich mich richtig rausputzen, bzw. Mama und Papa müssen mich rausputzen, aber die kriege ich schon dazu, dass sie mich hübsch machen.
Freue mich ja auch schon auf Ostern, wenn wir zu Oma und Opa hinfahren und ich die Forster Gegend erforschen kann und meinen caotischen Onkel Ronny kennenlerne. Von dem hab ich ja schon Geschichten gehört – mein lieber Scholli. Und zu meinem anderen Opa nach Dresden fahren wir dann auch, wo ich meine Urgroßeltern und meine restlichen sächsischen Verwanden kennenlernen darf. Hoffentlich verstehe ich die von der Aussprache überhaupt. Aber das wird sich zeigen.
Nun bin ich so erschöpft, dass ich erstmal ein kleines Schläfchen machen werde, bis Papa heim kommt und mich betüdelt. Der kann das so schön, dass Mama immer lachen muss, wenn er versucht, mich zum Lachen zu bringen. In diesem Sinne …
… eure Isabel