
Vorweg erstmal ein großes Lob an meine geliebte Frau Ramona, sie war so tapfer und kann echt stolz auf sich sein.
Wie
man ja schon lesen konnte, waren die Wehen schon ein paar Tage zu
spüren. Nachdem wir dann am Samstag einen Termin in der Klinik hatten,
sind wir gespannt hin gefahren. Wie zu erwarten, waren die Wehen aber
noch nicht so stark, dass sie uns gleich da behalten haben. Falls
unsere Kleine aber bis Montag keine Anstalten macht nun doch endlich
ihr Einzimmerapartment zu verlassen, sollte die Geburt am Montag früh
eingeleitet werden. Mit ein paar Tipps der Hebammen wurden wir dann
verabschiedet. Man solle doch ein Gläschen Wein trinken, ein bisschen
spazieren gehen, da die Bewegung die Wehen fördert.
Nunja und eben
der obligatorische Tipp mit dem Sex, da im Sperma des Mannes
Prostaglandin ist, welches ein Hormon ist, das auf den Muttermund
stimulierend wirkt. Aber wenn die Hebamme schon mit den Fingern den
Kopf berühren kann, hat Mann dann doch etwas Angst etwas kaputt zu
machen.
Also
haben wir uns es daheim etwas gemütlich gemacht und sind dann nochmal
unsere „kleine Runde“ gegangen. Unterwegs waren dann schon immer mal
wieder Wehen zu spüren, die selbst den kurzen Spaziergang länger werden
ließen. Daheim gab es dann noch einen schönen heißen Tee und ich habe
mir ein Bad gegönnt. Kaum aus der Wanne raus und im Wohnzimmer platz
genommen, kam von Ramona um viertel vor fünf ein “Ahh.. was war das
denn? “ Ein merkwürdiges Ploppen wie bei einem Sektkorken hatte sie
gespürt und beim Aufstehen von der Couch lief das Fruchtwasser auch
schon. Ja, die Decke auf der Couch hatte ihren Zweck erfüllt. Nun war
erstmal langes „pieseln“ angesagt, während ich noch die restlichen
Dinge gepackt habe und noch ein paar Semmeln fertig gemacht habe.
Angezogen
und gut vorbereitet ging es ab in die Klinik, wo Ramona wieder an das
CTG angeschlossen wurde. Die Wehen waren nun schon alle drei Minuten zu
spüren und auf dem CTG zu sehen. Der Muttermund war schon drei
Zentimeter offen, als wir denn in den Kreissaal geführt wurden. Hier
war es dann etwas entspannter, da man seine Ruhe hatte und nicht immer
wieder Leute vorbei kommen. Ein wenig im Kreissaal rumlaufen mit etwas
Musik im Hintergrund war dann doch angenehmer als nur auf der Liege zu
liegen. Bei den Wehen konnte sie sich schön abstützen. Dann war
Hebammenwechsel und unsere Hebamme Iris hat sich dann vorgestellt und
wollte natürlich nochmal schauen, wie weit der Muttermund geöffnet ist.
Acht Zentimeter nun schon, was wirklich schnell ging.
Jetzt
war die Frage stehen, liegen oder hocken? Was ist denn das angenehmste
für Ramona, wenn eh schon alles schmerzhaft ist. Im stehen waren die
Schmerzen kaum auszuhalten und im Hocken bzw. sitzen war es einfach
unbequem. Also doch wieder liegen. Nun noch ein Schmerzmittel gespritzt
und es sollte erträglicher werden. Die Frage war nur ob es Ramona in
ein Delirium versetzen sollte oder wirklich die Schmerzen nimmt.
Jedenfalls war Ramona der Meinung, dass die Schmerzen der Wehen nicht
besser werden, sie sich dafür total schummrig fühlt und nach 20 Wehen
dachte, sie hat fünf Stunden unruhig geschlafen.
Langsam
wurden auch die Wehen anders, der Druck aufs Becken wurde stärker und
die starken Wehen im Rücken wurden schwächer. Die Presswehen setzten
also ein und Ramona schrie förmlich nach einer PDA. Die Hebamme fragte
natürlich nochmal ob sie es wirklich will, denn so eine PDA verlängert
den Geburtsakt schon um einiges, da die Frau nicht mehr alles spürt und
so weniger mithelfen kann. Ramona lies sich aber nicht davon abbringen
und so wurde noch ein Formular ausgehändigt, was ich dann soweit
ausgefüllt habe und dann kam auch schon der Anästhesist. Wirklich
begeistert war keiner jetzt kurz vor Schluss eine PDA zu legen. So ging
es los und Ramona sagte jedesmal Bescheid, wenn eine Wehe kam, damit
nicht noch was schief geht wenn im Rückenmark Spritzen gesetzt werden.
Nach
zwei Wehen und immer noch keiner PDA wollte Iris lieber nochmal
schauen, wie weit die Kleine sei. Siehe da die kleine war schon ein
ganzes Stück weiter und eine PDA würde kaum noch eine Linderung der
Schmerzen bringen. Wenn Ramona also keine PDA nimmt, meinte die Hebamme
würde es noch eine Stunde dauern und dann sei alles überstanden.
Also
auf die Seite gelegt, Bein angehoben und gepresst. Das Bein habe ich
fleißig gestützt habe, da ich ja eh immer das Gefühl hatte nichts
weiter tun zu können und nicht wirklich eine Hilfe zu sein bei der
Geburt. So war ich froh wenigsten mal etwas machen zu können. Also
weiter zum Endspurt. Immer schön pressen auch wenn es weh tut und ich
Ramona noch nie so schmerzverzerrt gesehen habe.
Dann konnte die
Hebamme auch schon den Kopf sehen und es wurde gleich mal Blut
abgenommen, um zu sehen wie die Versorgung des Kindes ist. Grenzwertig
aber noch nicht kritisch so das Ergebnis.
Ramona
hatte sich mittlerweile die Lippe aufgebissen vom Pressen auch wenn sie
es gar nicht gemerkt hat und der Arzt drückte nun auch zusätzlich von
Oben mit, um die Geburt etwas zu beschleunigen. Und beim nächsten Blick
zur Hebamme konnte ich schon den Kopf sehen und sagte noch ganz
aufgeregt, dass die Kleine schon Haare hat. Was besseres viel mir
gerade nicht ein und wir hatten vorher schon ab und mal überlegt, ob
die Kleine schon Haare haben wird. Also Ramona noch ein paar Mal gut
zureden und dann meinte Iris und die Arzte, dass sie nicht mehr Pressen
soll sondern Hecheln. Und schon Griff Iris nach dem Kopf drehte ihn
noch ein wenig und dann ging es so schnell, dass ich es gar nicht
richtig mitbekommen habe und unsere Kleine war da. Eins.. zwei.. drei
und der erste kleine krächzende Schrei erfüllte den Raum.
Dann wurde
die Kleine auf Ramonas Brust und Bauch gelegt und wir waren einfach nur
noch Glücklich. Ja ich gebe zu ich hab geweint als wir uns in die Augen
geschaut haben und ich werden diesen Blick nicht vergessen. Eine Blick
mit ganz viel Freude und Erleichterung. Bei dem Gedanken daran merke
ich auch gleich wieder wie meine Tränendrüsen was von sich geben
wollen. Ach ja, eins hab ich noch vergessen: Ich habe natürlich voller
Stolz die Nabelschnur durchgeschnitten.
Während
ich dann die Kleine nach dem Wiegen und ersten abtrocknen und verpacken
gehalten habe, war Ramona mit der Nachgeburt beschäftigt, was aber
alles nur noch Nebensächlich war.
Unser
Sonntagskind hat nach 6 Stunden Geburt um 0:08 Uhr am 22.02.2009 das
Licht der Welt erblickt. Die Kleine ist kerngesund es ist alles dran
und da wo es hingehört und wir sind Glücklich zu dritt.
Alle
Schmerzen sind vergessen und für die Unterstützung in der Klinik danken
wir dem Klinikum Rechts der Isar, besonders der Hebamme Iris Müller,
der Ärztin Frau Dr. Krol und dem Assistenzarzt Herr Dr. Haman. Aber
auch unseren Familien, Geschwistern, Bekannten und Verwanden sowie
Freunden danken wir für die lieben Worte und Unterstützung in den
letzten neun Monaten. Wir sind froh, dass es euch gibt! DANKE!


