Wenn Erwachsene zu Kindern werden und jegliche Hemmungen verlieren, gibt es dafür eigentlich nur einen Grund: SPIELZEUG. Und nein, meine Herren, ich rede hier nicht von einer Playstation. Es geht um Plüschtiere.
Wir haben mal wieder ein tolles Angebot bekommen, bei dem ich nicht mal einen Wimpernschlag lang gezögert habe, das auszuprobieren. Aber von vorn:
Vor ca. vier Jahren wurde in Deutschland der erste build-a-bear-Shop eröffnet, nachdem das in Amerika schon ein Renner war. Nun wurde Mitte Oktober 2010 in Heidelberg der erste Shop der Kette in Süddeutschland eröffnet und wir durften wieder mal testen. Nach einer kurzen Information online war klar, da müssen wir hin. Isabel mag eh alles, was plüschig ist und ein Gesicht hat und wie hätten wir uns dann so ein Angebot entgehen lassen können?
Am Freitagnachmittag hatten wir unseren Termin in der Hauptstrasse 161 in Heidelberg bei build-a-bear, also auf nach Heidelberg.
Als wir den Shop betraten, waren wir wie immer zu Beginn völlig neutral und erwartungslos. Der Manager stand uns zur Seite, erzählte uns viel interessante Dinge über seine Arbeit, erklärte alles ausführlich und lies auch Anekdoten aus seiner Arbeit nicht aus. Und schon waren wir eigentlich mitten dabei, uns selber ein Plüschtier zu basteln.
Zunächst hieß es, aus den ganzen Plüschvorlagen die auszuwählen, die man haben möchte, und wir entschieden uns für einen Teddy und einen Hasen. Wobei die Auswahl echt schwer fällt, da es ca. 20 Vorlagen gibt. Und da standen wir nun und überlegten, ob wir uns eher für einen klassischen Teddy oder einen Hasen oder doch ein Pferd oder gar eine Hello Kitty entscheiden sollten. Aber nach gefühlten 20 Minuten waren wir uns doch einig. Dabei hatte Isabel nicht mal ein Mitspracherecht, da sie von dem Angebot völlig überrollt zu werden drohte. Nun ging es mit der "Tierhülle" zur nächsten Station. Dort konnte man seinem Modell eine Stimme geben. Da wir gern für unsere Tochter etwas Individuelles haben wollten, ließen wir Isabel das Band besprechen mit ihrer Variante ihres Namens, nämlich "Babell". Das Band kommt dann direkt in die Tatze und kann durch einen Knopfdruck ausgelöst werden. Wer aber nicht selbst was besprechen will, hat auch die Auswahl von Geräuschen. So gibt es z.B. ein Kinderlachen oder eine Version von Happy Birthday. Für unseren Teddy wählten wir dann einfach ein Herzklopfen aus. Und dann ging es ab zur Füllstation, wo wir zunächst angeben sollten, wie unsere Plüschfreunde heißen sollen. Da es ja eigentlich ein Geschenk für Isabel sein sollte, wählten wir für den Hasen als Namen Olivia, wie ihre Krippenfreund und für den Teddy den Namen Elias, wie ihr Spielplatzfreund. Aber wir befinden uns ja gerade an der Füllstation. Dort konnte man angeben, wie drall oder weich das Tier werden sollte und nach eigenen Wünschen wurde es dann gefüllt. Aber wir konnten dabei direkt mithelfen, in dem wir das Fußpedal auslösten und dadurch unseren Teddy und unseren Hasen in Form brachten. Und ab hier hieß es, sämtliche Hemmungen bitte ablegen. Die Mitarbeiter des Shops haben irgendwie ein Talent dafür zu sorgen, dass besonders Erwachsene sich zum Affen machen oder dabei völlig lächerlich wirken - hoffe ich zumindest.
So wurde ich nach der Befüllung befragt, ob mein Teddy denn hüpfen können sollte. Und ich, leichtsinnig wie ich bin, sagte natürlich "Ja". Und damit er das auch kann, durfte ich natürlich im Laden mit riesigen Schaufenstern hüpfen wie ein Kaninchen. Dann kam die Frage, was er denn sonst noch alles können sollte, und da schwante mir schlimmes, also sagte ich einfach, dass das reichen sollte. Aber er soll mich natürlich auch lieb haben und herzlich sein usw. und dann ging es wieder los. Ich musste ein Herz reiben, es schütteln wie einen Shake, einen geheimen Wunsch zuflüstern und dann durfte ich es endlich in meinen Teddy legen. Und als er dann verschnürt wurde am Rücken, durfte ich wieder bei jedem Knoten, und es waren drei an der Zahl, hüpfen, tanzen und mich im Kreis drehen. Und damit war es soweit, er gehörte mir. Nun durfte ich ihn halten, mit all meinen kindlichen Gedanken bei dem Plüschfreund in meiner Hand, und dann hieß es "Mach mich flauschig". Dazu gab es eine Luftdusche, unter der der Plüschfreund lag und mit einer Bürste aufgeflauscht wurde. Ist zwar nicht wirklich erforderlich für die Flauschigkeit, aber für Kinder allemal ein Erlebnis.
Das Plüschtier ist nun eigentlich komplett, aber auch Kleidung darf bei einem built-a-bear-Tier nicht fehlen, denn gerade das macht die Tiere ja aus. Also ab an die riesige Kleiderwand zur Auswahl. Als der Manager dann meinte, angefangen wird immer mit der Unterwäsche, dachte ich der verarscht mich doch. Aber nein, unzählige Varianten von Unterhosen, Boxern, Strings lagen bereit. Aber das tollste dabei war, dass jede Unterhose auch eine Aussparung für den Schwanz hat. Aber auch die Oberkleidung hat das. Auch hier brauchten wir wieder gefühlte Stunden, um uns aus der Auswahl etwas herauszusuchen. Für unseren Hasen entschieden wir uns für ein nettes Kleidchen mit Ballerinaschuhen und für den Teddy gab es ein Matrosenoutfit mit passenden Schuhen. Aber auch Accessiores in Hülle und Fülle gibt es dazu. So bekam unser Teddy eine Sonnenbrille und der Hase eine Handtasche dazu. Aber irgendwie fand unsere Isabel die Accessiores so toll, dass sie die Tasche gleich selber umgehangen hat und die Sonnenbrille aufsetzen musste. Nun noch ein paar Bunnyohren dazu und fertig war das Spaßkind. Und so lief sie durch den vollen Laden zur Belustigung aller Anwesenden.
So, die Tiere waren fertig gebaut und angezogen, aber es ging noch weiter. Nun wurden Geburtsurkunden gedruckt, damit man auch etwas in der Hand hat, wann man das Tier gebaut hat. Und dann näherten wir uns doch tatsächlich dem Ende, aber auch hier hieß es noch einmal Kind sein. Denn jedes Tier, das fertig gebaut wurde und mit einer Geburtsurkunde versehen ist, muss mit einem Schwur versehen werden - dem sogenannten Bärenversprechen. Dabei schwört man, dass man seinem Bär/Tier ewig treu ist, es immer lieben wird usw. Und natürlich muss das wieder alles laut im Laden geschworen werden, damit das auch jeder mitbekommt.
Jedes Tier bekommt ein eigenes Haus, in dem man es zu sich nach hause transportieren kann, aber der Pappkarton musste noch ausgepustet werden und so pusteten wir wie der Nordwind bei Dorothy beim Zauberer von Oz und wir pusteten und pusteten. Unser Kind schaute schon sehr skeptisch rüber, als ob wir nicht ganz dicht wären. Und dann hatte der Manager ein erbarmen und ließ das Papphaus aufploppen. Aber zu früh gefreut, denn wir hatten ja noch den Hasen und auch der brauchte sein Haus. Aber ich bekam ein Zauberstab und durfte einfach mit dem Feen-Stab zaubern und plötzlich war das Haus aufgebaut. Die Tiere zogen ein samt der Geburtsurkunden und damit waren wir knappen zwei Stunden Kind sein zurück im Erwachsenenalter.









Und unser Resultat: Ein einmaliges Erlebnis, egal in welchem Alter. Das sollte man sich nicht entgehen lassen und dafür einfach die Zeit und das Geld investieren, denn das ist etwas, was man nicht so schnell vergisst. Zumal die Mitarbeiter auch wirklich dafür sorgen, dass man sich in seine Kindheit zurück versetzt fühlt, auch wenn das schon ewig her ist.
Einfach toll - und Danke das wir das erleben durften.