Heute Morgen auf dem Spielplatz fragt mich Ramona "Ob sich Isabel wohl an den Flipper von heute Morgen erinnern kann?". In meinem Kopf zünden Synapsen und Impulse jagen durch den Kopf. Ich weiß nicht was sie meint. Wir haben doch gar kein Flipper gesehen, was so viel heißt, dass ich mich nicht mal erinnern kann, dass irgendwo Flipper im Fernsehen läuft. Also frage ich blöd nach und Ramona meint " Der Flipper heute früh, der Ausflipper!" Aahh jetzt bauen die Nervenzellen Verbindung miteinander auf.
Isabel hat scheinbar ihre Trotzphase die wohl viele Kinder zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr haben. Total banale und simple Dinge bringen Isabel zum Kochen und Trotzen. Heute Morgen ist noch alles ganz normal (zumindest was man bei uns normal nennen kann) Isabel ruft um kurz vor sechs durch das Babyphone "Mein Papa", was für mich so viel heißen soll: "Los Papa komm rüber und hol mich aus dem Bett, ich bin wach!". Also steh ich auf, geh mit der Kleinen auf die Couch damit Ramona noch bisschen schlafen kann. Auf der Couch wird dann Wimmelbuch angeschaut und Teddys Abenteuer. Alles ganz entspannt. Auch ein paar Videos von Isabel werden noch angeschaut. Eine Stunde später sage ich dann, dass ich schon mal Zähne putzen gehe und sie auch gleich putzen kommen soll. Natürlich kommt sie nicht freiwillig, was mich auch verwundert hätte. Also hole ich sie aus dem Wohnzimmer meine noch, dass sie gleich weiter Videos schauen kann, wir aber erstmal Zähne putzen und schon geht das Geschrei los. Isabel tut, als wolle ich ihr die Zehennägel mit einer Raspel abfeilen, dabei habe ich nur die Zahnbürste in der Hand. Das Schreien und Wehren geht in einen lautes Heulen über, als ich es endlich schaffe, die Zahnbürste an den Zähnen zu platzieren.
Als das geschafft ist, bockt sie rum und schreit. Ich sage dann "OK keine Videos wir ziehen uns jetzt an". Ich hätte es nicht sagen sollen. Jetzt wird gebockt, da anziehen was ganz schreckliches ist. Nachdem ich Isabel dann mit frischer Windel, in Strumpfhose und sauberen Pulli ins Wohnzimmer bringe wird nur noch gestrampelt geheult und gebockt. Keine Chance auch nur irgendwas an der Lage zu ändern. Ramona schläft sicherlich auch schon seit 10 Minuten noch mehr und wird sich denken "Was macht denn der Kerl schon wieder mit meinem Sonnenschein?". Ich gebe es auf mit Fragen was Isabel hat ob wir malen wollen oder Buch anschauen. Video und Fernsehen ist für heute eh gestrichen.
Isabel antwortet nicht, strampelt wie eine Wilde und ist völlig "aggro". Ramona kommt aus dem Schlafzimmer, schaut sich die Szene an und fragt nur "Was denn hier los?". Ich nehme Isabel dreh sie zu Mama und meine „Schau mal die Mama ist wach“. Isabel ignoriert es und lässt sich auf die Knie sinken, dann wird wieder gestrampelt und sie haut sich die Zehen an dem Couchfuß. Was danach los geht brauche ich sicher nicht zu erzählen.
Wir schaffen Isabel in unser großes Bett nachdem sie zu Ramona läuft und total verrotzt "Maamaaa" ruft.
Eine weiter halbe Stunden wird dem Bett gezickt und wir fragen uns schon wie lange diese Trotzphase wohl anhält. Als Ramona meint „vielleicht ein paar Monate“, schüttele ich nur den Kopf und sage "Da mach ich nicht mit". Wir reden noch ein wenig und Isabel lassen wir einfach zicken schreien.. flippern eben.
Plötzlich ist Ruhe Isabel schaut und brabbelt irgendwas, dass sie die Lampe anmachen will. Ramona erntet ein Lächeln und ich auch als ich zu Ihr schau. Ihre zweite Persönlichkeit namens Flipper ist nun wieder verschwunden und unsere liebe Isabel ist wieder da.
Es ist normal, dass Kinder so rum trotzen und das einzige was wirklich hilft ist scheinbar stark bleiben und durchhalten wir sind ja nicht allein:
Mit Beginn der Trotzphase im Alter von zwei Jahren verändert sich plötzlich einiges im Verhältnis Eltern zu Kleinkind. Die Kinder beginnen einen eigenen Willen zu entwickeln und versuchen ihren Kopf durchzusetzen. Dabei beansprucht das sture und eigenwillige Kind die elterlichen Nerven oft bis ans Äußerste.
www.familie.de
Die Trotzphase beginnt ca. am Ende des 2. Lebensjahres - dauert bis zum ca. 4. Lebensjahr - und ist dadurch gekennzeichnet, dass das Kind immer stärker nach Autonomie strebt und versucht, sich aus der Verschmelzung mit den Eltern (vor allem der Mutter) zu lösen.
www.familienhandbuch.de
Nicht dass ihr denkt, dass es bei uns immer so ist, nein gestern haben wir Blumen umgetopft. Genau in der Zeit zwischen ihren Trotzphasen. Wenn man die Bilder sieht mag man es nicht glauben aber es ist wahr.
Isabel schläft jetzt und ich werde mich mal auf die Suche nach einem Fahrradkindersitz machen. Römer startet ja bald wieder neue Markenbotschafter Programme, vielleicht sind ja auch Fahrradsitze dabei.