Das ist es nun unser erstes gemeinsames Weihnachten, was wir in unserer Wohnung feiern. Sonst war es immer bei den lieben Eltern in Forst und in Dresden. Den einen Tag hier den anderen da, also immer in Bewegung. Dieses Jahr ist es anders! Es gibt einen eigenen Weihnachtsbaum und eine die erste selbst zubereitete Gans. Auch wenn man es ein wenig vermisst bei der eigenen Familie zu sein, so genießt man es doch auch mal nicht immer unterwegs sein zu müssen.
So wurde das erste Mal der eigene Baum geschmückt mit Weihnachtsmusik und glänzenden Augen. Auch wenn das sonst immer beim Schmücken getragene Elchgeweih im Keller lag, war es lustig und natürlich musste bei den Eltern nachgefragt werden, wie der Vater voran kommt, wenn er das erste Mal den Weihnachtsbaum alleine schmücken musste. Ansonsten schauen wir die unzähligen Märchen im Fernsehen, übergießen in den Werbepausen immer wieder die Gans, damit diese schön saftig bleibt und eine schöne Bräune bekommt. Spaziergänge in der eisigen Kälte lassen einen dann auch immer wieder auf die warme Wohnung freuen. Es sind schöne besinnliche, ruhige und stressfreie Weihnachten während man in Gedanken doch immer wieder bei der Familie ist.
Im 8. Monat schwanger und einem ordentlichen Babybauch, wollten wir nicht mehr großartig rum fahren und so sind wir daheim in unserer Wahlheimat München geblieben. So ist es auch eine Mischung aus den familiären Weihnachtstraditionen, die jetzt hier eine neue Weihnachtstradition beginnen lässt.
So wie ich es gewohnt war an Heilig Abend Nudelsuppe zu essen, war es bei Ramona Tradition Pökelfleisch mit Sauerkraut zu essen. Bei mir in Dresden gab es die Geschenke bei der Bescherung nach dem Gottesdienst und das Abendessen folgte dann später. Die Geschenke wurden vom Weihnachtsmann in einem Sack vor die Tür gestellt und wurden dann vom Jüngsten Familienmitglied verteilt. Während bei Ramona die Geschenke schon unter dem Weihnachtsbaum lagen wurde erste nach dem Abendessen beschert. Die Weihnachtsgans am ersten Feiertag ist aber in beiden Familien Tradition.
Auch wenn es alles noch etwas Übung braucht so wird es nun wohl Tradition werden, dass an Heilig Abend die Geschenke zur Bescherung unter dem Weihnachtsbaum liegen, es danach Pökelfleisch gibt, und ich die Gans für die Feiertage zubereite. Es wirkt ein wenig wie die Generalprobe bevor nächstes Jahr die Tradition auch schon mit unserer Tochter gepflegt werden kann.
Auch die Gans war meine Generalprobe, da es die erste allein zubereitete Gans in meinem Leben war. Da ich sehr gern Koche nehme ich auch gern solche Herausforderungen an. Es gibt eigentlich nichts, was ich mir nicht zutrauen würde beim Kochen und so schrecke ich auch nicht vor einer Gans zurück.
Natürlich gibt es hunderte
Rezepte für eine Weihnachtsgans von ganz schlicht bis extravagant. Beim Kochen habe ich lange viel probiert, was die Gewürze angeht aber bin am Ende doch zu der Erkenntnis gekommen, das weniger manchmal mehr ist. So war klar, dass die Gans kein Experiment werden wird sondern einfach
klassisch zubereitet wird. In Dresden habe ich gern in die ganz alten Kochbücher geschaut und mir die eine oder andere Idee angelesen.
Sehr oft wird die Ganz mit Äpfeln und Orangen gefüllt. In einigen Rezepten werden auch noch Pflaumen zugegeben. Dies wird aber insgesamt sehr süß wenn man die Zutaten so anschaut. Wir beide mögen die Gans aber
nicht süß sondern wir wollen das Fleisch schmecken, wie es ist. Maronen, also Esskastanien, mögen wir auch nicht, dass diese Füllung auch nicht in Betracht kommt. eEs ist schon schwer es jedem Recht zu machen. Eine Leidensgeschichte und jahrelange Erprobung bis zur perfekten Füllung habe ich mit Interesse bei
Nutricullinary gelesen. Wenn ich Koch anstatt Kellner gelernt hätte, wäre es mir wohl sehr ähnlich ergangen.
Ramonas Mama hat die Gans nie gefüllt, was natürlich dem Prinzip "
Weniger ist manchmal Mehr", gerecht werden würde. Aber ich war es gewohnt, dass die Gans gefüllt wird und so wollte ich unbedingt eine
Füllung. Aus einem anderen Rezept (aus den alten Büchern) wusste ich, dass die Säure der Zitrone belebt, den Appetit anregt und gleichzeitig die Verdauung in Schwung bringt. Bei fetten Gerichten wie einer Gans ist das sehr gut und gleichzeitig würde die Säure der Zitronen die Süße von Äpfeln nehmen. So war die Füllung schon mal geklärt. Zum Braten der ganz gibt es natürlich auch wieder unzählige Methoden.
Oft ist es aber so, dass die Gänse
zu heiß und zu kurz gebraten werden. Als Faustregel gilt,
pro Kilogramm eine Stunde Garzeit. Eine vier Kilo Gans braucht als vier Stunden im Ofen, was auch geht, wenn man den
Ofen nicht zu heiß einstellt und immer etwas Flüssigkeit im Ofen hat. Aber mein Rezept will ich natürlich nicht meinen Lesern vorenthalten und so gibt es unter "
Die perfekte Weihnachtsgans" das
Rezept.
Keine Angst die Zitrone wird man nicht schmecken und das Fleisch ist nach den vier bis fünf Stunden im Ofen wirklich schön weich und kein bisschen trocken. Im Gegenteil es wirklich schön saftig und rosa, während unter der Haut kein Fett mehr ist.
Nun wird es aber Zeit das nächste Märchen anzuschauen.. nein nicht schon wieder "drei Haselnüsse für Aschenbrödel"