Die erste
Aufregung der letzten zwei Tag ist überstanden und wir können wieder beruhigt schlafen. Als Ramona am Mittwoch bei der
Hebamme zur regulären Kontrolle war, wurde auch der pH-Wert gemessen, welcher wohl in drei Tests auch sehr unterschiedliche Werte hatte. So war der
Verdacht auf ein Blasensprung und sie durfte sich noch mal in der Klinik vorstellen.
Bei einem vorzeitigen
Blasensprung reißt die Fruchtblase, die das Baby im Mutterleib umgibt, vor dem errechneten Geburtstermin statt kurz vor oder während der Geburt. Dabei geht tröpfchenweise oder schwallartig Fruchtwasser ab. Ein vorzeitiger Blasensprung ist natürlich nichts ungefährliches und kann so die Schwangere und das Baby gefährden. Daher ist es ratsam, möglichst rasch einen Arzt aufzusuchen.
Also ab in die Klinik, wo
wieder Tests gemacht wurden. Diese waren dann so naja.
Nichts richtiges und nichts ganzes. Also sollte Ramona nochmal eine Stunde rumlaufen und dann sollten die Tests noch einmal wiederholt werden. Als ich dann in der einstündigen Pause den
Anruf bekam,
dass sie in der Klinik ist hab ich gedacht ok ist ja witzig aber damit spaßt man nicht. Mein Schatz hat mich dann also doch noch davon überzeugen können, dass sie
wirklich in der Klinik ist. Als ich dann schonend darauf vorbereitet wurde, dass im
Fall von positiven Tests die Geburt eingeleitet wird, habe ich mir den Zettel von der Pinnwand genommen und mal noch
den Klinikkoffer fertig gepackt. Sollte ich die Babyschale auch schon mitnehmen? Nein übertreiben wollen wir ja nicht. Wieder mal typisch Mann, dass er sich über solche Sachen einen Kopf macht.
Da ich den Weg ja nun schon kenne war ich dann auch recht zügig in der Klinik und konnte meiner schwangeren Frau beistehen. Die ganzen Tests wurden also nochmal wiederholt und
letztendlich war nur ein Test halb positiv und die anderen negativ. So durften wir, nicht ohne einen neuen Termin für den nächsten Tag, wieder nach Hause fahren.
Der Test am gestrigen Morgen zeigte dann nichts mehr an, was auf einen Blasensprung hinweisen würde und so sind wir jetzt wieder beruhigt.
Aber trotzdem gilt, dass bei Blasensprung, Blutungen oder Schmerzen sofort die Klinik oder der Arzt aufgesucht werden sollte!Da die Ärztin meinte, dass auch so ein kleiner Blasensprung sehr gefährlich werden kann hab ich mal noch ein wenig im Internet gesucht und bei
9monate.de habe ich dann folgendes gefunden:
Symptome eines vorzeitigen Blasensprungs
Bei einem vorzeitigen Blasensprung geht tröpfchenweise oder schwallartig Fruchtwasser aus der Scheide ab. Dieses ist wasserhell bis milchig-trüb und kann süßlich riechen. Häufig ist es ohne ärztliche Untersuchung nicht von unwillkürlichem Harnabgang – welcher vor allem bei weit fortgeschrittener Schwangerschaft ebenfalls auftreten kann – zu unterscheiden. Vor dem Fruchtwasserabgang weisen nur selten Symptome, wie vermehrter Ausfluss oder Fieber, auf den bevorstehenden vorzeitigen Blasensprung hin.
Diagnose eines vorzeitigen Blasensprungs
Zur Diagnose eines vorzeitigen Blasensprungs führt der Arzt eine vaginale Untersuchung mit dem Spekulum – ein Untersuchungsgerät, dass zur Spreizung der Scheide eingesetzt wird – durch. Dadurch kann er den Fruchtwasserabgang im Gebärmutterkanal sehen. Zudem bestimmt er den pH-Wert der abgehenden Flüssigkeit mittels eines so genannten pH-Indikatorpapiers. Dadurch lässt sich das Fruchtwasser von Urin unterscheiden. Die Untersuchung ist schmerzfrei und einfach. Nur in seltenen Fällen setzt der Arzt zusätzlich einen Ultraschall zur Diagnose eines vorzeitigen Blasensprungs ein.
Nach der Diagnose eines vorzeitigen Blasensprungs untersucht der Arzt die Frau auf ein Amnioninfektionssyndrom (AIS). AIS ist eine Infektion der Eihaut, der Planzenta, der Fruchtblase oder des Fötus und kann durch verschiedene Erreger wie Streptokokken oder Chlamydien hervorgerufen werden. AIS kann zu einer Blutvergiftung (Sepsis) führen. Die Untersuchung auf AIS erfolgt mittels eines Blutbilds. Eine fortgeschrittene Infektion äußert sich zudem durch Fieber, erhöhte Herzfrequenz, übel riechendes Fruchtwasser sowie Unterleibsschmerzen.
Therapie eines vorzeitigen Blasensprungs
Die Therapie eines vorzeitigen Blasensprungs richtet sich nach dem Schwangerschafts-Zeitpunkt und erfolgt – besonders in sehr frühen Stadien – in enger Abstimmung mit den betroffenen Eltern. Ziel der Therapie ist es, die Geburt möglichst hinauszuzögern, damit das Ungeborene sich im Mutterleib schonend entwickeln kann.
Vor der 24. Schwangerschaftswoche
Ereignet sich ein vorzeitiger Blasensprung vor der 24. Schwangerschaftswoche und besteht kein AIS-Verdacht, wird zunächst abgewartet. Die Betroffene muss Bettruhe einhalten. Alle sechs bis 24 Stunden erfolgt eine Blutkontrolle, um sicherzustellen, dass kein AIS auftritt. Zudem kontrolliert der Arzt regelmäßig die Fruchtwassermenge und die Vitalität des Kindes. Ab der 20. Schwangerschaftswoche kann eventuell eine AIS-vorbeugende Antibiotika-Therapie sinnvoll sein. Kommt es zu Komplikationen in der Kindesentwicklung oder tritt ein deutliches AIS auf, muss die Schwangerschaft unter Umständen abgebrochen werden. Erst ab der 23. Schwangerschaftswoche wird bei einer AIS-Diagnose eine Geburt eingeleitet.
24. bis 34. Schwangerschaftswoche
Tritt ein vorzeitiger Blasensprung zwischen der 24. und 34. Schwangerschaftswoche auf und besteht kein AIS-Verdacht, wird ebenfalls zunächst unter Bettruhe abgewartet. Alle sechs bis 24 Stunden erfolgen Blutkontrollen und die Herzfrequenz des Ungeborenen wird überwacht (Kardiotokografie, kurz CTG). Die Schwangere erhält Antibiotika, wehenhemmende Medikamente sowie Medikamente, welche die Lungenförderung des Ungeborenen fördern.
Ist die Schwangere von AIS betroffen, leitet der Arzt zügig unter einer Antibiotika-Therapie die Geburt ein.
Nach der 34. Schwangerschaftswoche
Ereignet sich ein vorzeitiger Blasensprung nach der 34. Schwangerschaftswoche und besteht kein AIS-Verdacht, leitet der Arzt die Geburt nach zwölf bis 24 Stunden ein. Bis zur 37. Schwangerschaftswoche erfolgt zudem eine Antibiotika-Therapie. Bei deutlichem AIS entbindet der Arzt das Ungeborene unter antibiotischer Therapie möglichst rasch durch einen Kaiserschnitt, falls keine schnelle natürliche Geburt zu erwarten ist.
Verlauf eines vorzeitigen Blasensprungs
Der Verlauf eines vorzeitigen Blasensprungs ist stark vom Schwangerschafts-Zeitpunkt abhängig und eine starke psychische Belastung für die werdenden Eltern. Je weiter die Schwangerschaft fortgeschritten ist, desto besser sind die Überlebenschancen für das Ungeborene. Bei 65 Prozent der Betroffenen muss eine Frühgeburt eingeleitet werden. Bei einem vorzeitigen Blasensprung besteht ein erhöhtes Risiko für eine Lageanomalie, das heißt das Kind liegt nicht in der optimalen Geburtslage.