Wie ihr alle wisst, haben wir ja ab September 2010 einen Krippenplatz bereits vor geraumer Zeit bekommen. Nun haben wir uns auch Gedanken gemacht, wie es bis dahin weiter gehen soll. Ein Krippenplatz in München überhaupt und dann auch noch unterm Jahr zu ergattern ist so, wie ein Sechser im Lotto zu bekommen. Nun waren wir soweit, entweder nach Tagesmüttern zu suchen oder aber wir schränken uns finanziell etwas ein und ich bleibe bis August zu hause mit Isabel. Die Tagesmüttersuche war aber auch recht schwierig, da entweder die Plätze bei den Müttern schon belegt sind oder die Kosten einfach viel zu hoch, dass es sich nicht lohnen würde, wenn ich arbeiten gehe und Isabel derzeit zur Tagesmutter. Also was nun? Wir haben den Sechser im Lotto gewonnen. Soll heißen, gestern rief eine Krippe an, dass dort ab März ein Platz frei ist für die Buchungszeit von acht Stunden, wie wir es gern hätten und ich heute vorbei kommen soll um den Vertrag zu unterschreiben. Und nun habe ich mein Kind innerhalb von einem Tag um gefühlte zwei Jahre altern lassen durch den Krippeneintritt. Denn jetzt geht sie in die Krippe ohne Mama oder Papa. Ein riesiger Schritt, nicht nur für Isabel, einfach los zu lassen, sondern auch für uns. Aber da müssen wir jetzt alle durch und werden das auch packen. Jedenfalls waren wir heute dort zum Abklären aller Sachen. Haben die Krippe genau inspiziert, alles begutachtet und für gut empfunden. Der Vertrag steht so gut wie und somit beginnt ab 1. März 2010 die Eingewöhnung für unsere Maus. Ab März ist sie also in der Seepferdchengruppe bei den Kleinen Piraten in Kirchtrudering.
Schrecklich für ein Elternherz, wenn das Kind so schnell erwachsen wird.
Nun ist es soweit, das Fieber hat wohl Isabel wohl einen geistigen Schub gegeben. Seit nunmehr zwei Tagen fängt Isabel sofort an zu weinen wenn man ihr etwas verbietet oder ruhig "Nein" sagt. Jetzt sind wir als Eltern gefordert unserer Lieben die Grenzen zu zeigen und wir dürfen nicht schwach werden wenn sie wieder bockt. Es ist zwar noch keine Trotzphase die erst mit zwei bis drei Jahren kommt, sondern mit einem Jahr ist es einfach die Zeit in der die Kleinkinder ein stärkeres Bewusstsein für sich und ihre Bedürfnisse entwickeln. Sie versuchen mehr oder weniger intensiv ihren Willen durchzusetzen bzw. können auch oft mit den ihnen aufgezeigten Grenzen nicht richtig umgehen. Sie reagieren mit Wutanfällen, hektischen Bewegungen, Weinen etc. Meist lassen wir Isabel kurz bocken und reden dann ganz normal weiter mit ihr und versuchen zu erklären, warum sie dies und jenes nicht darf. Kleinkinder verstehen natürlich den Sinn noch nicht richtig, aber deine ruhige Stimme gibt ihnen das Gefühl von Sicherheit in dieser auch für sie oft schwierigen Situation. Beide Elternteile müssen aber konsequent bleiben und sollten nicht großartige Unterschiede in der Erziehung machen. Man muss bei den Verboten bleiben und eventuell Ausgleichshandlungen anbieten (Buch angucken, Ball spielen, den verbotenen Gegenstand gegen einen "erlaubten" eintauschen etc.) Wenn man an die Kleinen gar nicht rankommt, dann einfach in Ruhe lassen und ignorieren - meist merken die Kleinen schnell, dass sie das gewünschte Ergebnis nicht erreichen und kommen von selber wieder an und sind lieb. Die Eltern müssen sich auf jeden Fall einig sein, was erlaubt und was verboten ist, denn nur so können die Kinder wirklich ihre Grenzen kennenlernen. Nach dem 100. Mal "nein" glauben sie es dann auch und versuchen es immer weniger, wenn es jedoch mal erlaubt und mal verboten ist, dann sind sie unsicher bzw. versuchen natürlich weiterhin ihren Willen durchzusetzen. Auch wird eine Mutter es schwer haben wenn der Vater alles erlaubt und das Kind so bloß noch bei dem einen Elternteil ist weil es hier alles darf. Fingerspitzengefühl ist natürlich wichtig. Man muss schon unterscheiden was gefährlich ist bzw. was die Kleinen nicht tun sollen. Lange Erklärungen helfen da nicht wenn die Kleinen immer wieder mit den Fingern zur Steckdose greifen. Nach dem dritten Nein und dem fünften Mal wegtragen, lässt die Gegenwehr schnell nach und man hat das gewünschte Ergebnis in 10 Minuten erreicht statt in zwei Stunden. Manchmal muss man einfach konsequent zupacken und bestimmte Regeln durchziehen. Auch für uns ist es schwierig, weil man nicht genau weiß, was Isabel schon versteht und wie man reagieren soll. Aber mit Geduld und viel Überzeugungsarbeit wird es Stück für Stück besser.
Aber sonst ist alles beim Alten. Isabel spielt mit ihren geliebten Stapelwürfeln, ihrem Bobbycar und der Kullerrutsche die Onkel Ronny geschenkt hat und wenn Kuschelzeit ist, dann kommt die Schnuffelmaus zum Einsatz.
Achso und seit zwei Tagen trinkt sie nun selber aus ihrer Trinklernflasche und kann gar nicht genug bekommen. Während wir früher Tage hatten an denen Isabel noch nicht mal einen Becher getrunken hat sind wir nun locker bei zwei Bechern am Tag. Jaja unsere kleine Saufschraube dreht auf!
Zwei Tage hatte Isabel jetzt Fieber und wir waren gut beschäftigt sie einigermaßen bei Laune zu halten. Los ging es am Donnerstag, dass Ramona Fieber hatte und ich eher von der Arbeit heim gekommen bin um mich um mich um meine geliebte Frau zu kümmern und die Kleine zu bespaßen. Am nächsten Tag ging es zwar dann Ramona wieder besser aber dafür fing Isabel dann an mit Fieber. Da hat sich dann die Frage gestellt, was die Ursache dafür ist. Sind es die Zähne? Viel Sabber läuft schon und einmal Durchfall war auch dabei, was ja alles typische Anzeichen für Zahnen sind. War es die MMR Impfung (Mumps Masern Röteln), bei die Kinder schon mal ein wenig Fieber bekommen können? Es wird ja ein Lebendimpstoff geimpft, so dass der Körper schon nach einer gewissen Inkubationszeit fiebern kann. Auch vom Zeitraum hätte es hinkommen können, da dieses Fieber meiste ein bis zwei Wochen nach der Impfung kommt. Irgendwie hatten wir mal dabei nur mit einem halben Ohr hingehört und in dem Zusammenhang etwas vom Dreitagefieber gehört. Nun mal schnell nachgeschaut und festgestellt, dass das sogenannte Dreitagefieber nichts mit der Impfung zu tun hat sondern eine komplett eigenständige Viruserkrankung ist. Zwar tritt dieses Fieber öfters zeitgleich mit der Impfung auf, was aber wohl eher an dem geschwächten Immunsystem liegt und nicht direkt an der Impfung. Das Dreitagefieber, im medizinischen Sprachgebrauch auch Exanthema subitum, Roseola infantum oder die Sechste Krankheit genannt, ist eine weltweit vorkommende zwar hochansteckende aber harmlose Viruserkrankung im Säuglings- und Kleinkindalter. Die Erkrankung beginnt mit plötzlich einsetzendem hohem Fieber (40ºC). Es dauert drei bis vier Tage an. Für das hohe Fieber sind die Kinder erstaunlich fit, was bei Isabel auch der Fall war. Trotz Fieber wurde gekrabbelt Spass gemacht und auch gegessen. Leichte Erkältungssymptome wie eine laufende Nase sind auch noch Anzeichen für diese Fieber. Bis hierher hatten wir alles was ein Dreitagefieber so mit sich bringt aber das war es auch schon. Normalerweise fällt nach drei Tagen die Temperatur schlagartig und es tritt der typische blassrote Ausschlag (rubeoliformes Exanthem) auf, der vom Rumpf ausgeht und sich über den ganzen Körper ausbreitet, nur das Gesicht bleibt ausgespart. Der Ausschlag verschwindet nach 1 bis 3 Tagen wieder ohne weitere Nebenwirkungen und so ist das Drei-Tage-Fieber ist nach einer Woche überstanden.
Den Ausschlag hatte Isabel nicht und heute(zwei Tage später) geht es ihr auch schon wieder super. Sie ist fit krabbelt rum und macht schon wieder viel Unsinn. So wird mit dem Papa wieder Gemüse geputzt, mit den Möhren ein Schwertkampf ausgetragen und in Ihrer Lieblingsecke ist sie auch schon wieder für jeden Spass zu haben. Also Dreitagefieber war es nicht sondern wohl eher eine Erkältung die so schnell weg war wie sie gekommen ist.
Ich muss mich auch mal wieder zu Wort melden, damit ihr auch alle wisst, dass es mich noch gibt. Wie toll ich mich entwickle erfahrt ihr ja immer von meinem Papa. Aber nun muss ich euch selbst mal ein paar Dinge erzählen:
Ja, ich hatte Spaß beim Rodeln. Des öfteren werden meine Eltern gefragt, wer mehr Spaß hatte, ich oder Mama und Papa. Und da kann ich jetzt nur sagen, dass es mir auch super gefallen hat. Ich war halt nur etwas müde und musste danach auch im Schlitten noch etwas Schlafen. Deshalb sieht das wahrscheinlich so aus als ob ich weniger Spaß hatte, aber das stimmt so nicht.
Ja, den rohen Blumenkohl und die Karotte hab ich lecker gefunden und von ganz allein weggeschnurpselt. Ich esse ja auch Eisbergsalat für mein junges Leben gern. Da schauen auch immer die Leute komisch, wenn ich mit einem Blatt davon in meinem Stuhl sitze und den wegmampfe. Aber ist halt so - mir schmeckt das.
Und nun muss ich euch erzählen, was am Mittwoch endlich aus dem Keller geholt worden ist: ein, nein mein Bobbycar. Ich war ja wieder bei meinen Freundinnen beim Babytreffen und Lilly hat auch eins. Da hab ich mich halt mal raufgeschwungen und dann ging es ab durch die Bude dort. Und dabei hatte ich erstmal Spaß, sag ich euch. Also haben meine Eltern beschlossen, meins auch mal hoch zu holen und ich durfte es einweihen. Wenn ich angeschoben werde, ist das alles natürlich noch viel toller. Komme ja mit meinen kleinen kurzen Beinchen noch nicht so weit runter. Aber das ist der Hit. Später will ich auch mal Porsche fahren und der muss auch nicht so schön blau sein wie mein Bobbycar, also Oma, Ota und Opas, fangt schon mal das Sparen an.
Nun ist Isabel fast ein Jahr alt und wir merken, dass jetzt auch andere Dinge, die nicht mit essen und schlafen zu tun haben, mehr und mehr in den Vordergrund rücken. So haben wir uns nun einen Schlitten organisiert. Eigentlich wollten wir ja einen kaufen, aber irgendwie sind diesen Winter die Schlitten alle ausverkauft - egal ob im Baumarkt oder im Internet. Jedenfalls hat Eike super nette Kollegen, dei uns gern behilflich waren. So haben wir jetzt einen Schlitten und eine Schlittenlehne, wo wir unser Kind reinverfrachten können. Also kurz gesagt, am Wochenende wurde die Lehne an den Schlitten montiert, der Fusssack aus dem Kinderwagen wurde in den Schlitten gelegt und nun nur noch das Kind dick anziehen und in den Fusssack in den Schlitten setzten und ab zum Kinderrodelberg. Direkt an der Straße vorn ist ein Berg aufgeschüttet, der für so kleine Wichte wie Isabel einer ist, perfekt ist. Soll heißen, er ist knapp zwei Meter hoch und nicht zu steil. Wir also nun mit Kind und Schlitten Richtung "Rodelbergchen" und dann hieß es immer Berg rauf und runter rodeln. Und natürlich gibt es wieder nette Fotos zu bewundern von unserer ersten Rodelpartie als Familie.
Vor einer Woche habe ich noch in Delft gesessen und mir gedacht, wie komisch es doch ist einfach mal ein Buch zu lesen. Man musste nicht immer wieder schauen was die Kleine macht oder aufpassen wenn Sie wieder Richtung Benjamin krabbelt. Einerseits ein schönes Gefühl entspannt auf der Couch zu liegen auf der anderen Seite fehlt einem ein großer Teil. Heute nun ein Woche später ist alles wieder wie ich es gewohnt bin. Ich laufe Isabel hinterher wechsel Windeln und bereite das Essen vor. Natürlich hilft Isabel fleißig bei den Vorbereitungen für das Abendessen. Sie macht zwar nur den Vorkoster und testet ob die Möhren und der Blumenkohl wirklich schmackhaft sind aber sie nimmt den Job sehr ernst.
Aber nach fast zwei Wochen Abstinenz fällt einem auch erst richtig auf, wie schnell sich die Kleinen entwickeln. So war ich ganz erstaunt, dass Isabel nun nicht mehr nur alles ausräumt sondern auch verschiedene Sachen wieder einräumt. So räumt sie liebend gern ihre Quietscheenten von der einen Holzdose in die andere und wieder zurück. So dachten wir uns, dass die Motorikschleife, die Isabel zu Weihnachten bekommen hatte, nun genau richtig wäre und so ist es auch. Nun werden fleißig die Holzobjekte der Motorikschleife hin und hergeschoben. Auch das Laufen an zwei Händen wird immer besser und manchmal wird auch nur an einer Hand gelaufen aber bis sie alleine läuft wird es wohl trotzdem noch eine Weile dauern.