Gestern war er nun endlich, der Partnertag bei dem
Geburtsvorbereitungskurs und im Anschluss auch gleich noch der
Babypflegekurs. All das
bei unserer lieben Hebamme.
Bei dem Geburtsvorbereitungskurs erfährt so auch mal der Mann,
was bei der Geburt überhaupt passiert und was Mutter und Kind durchmachen müssen. Ja klar Geburt ist, wenn das Kind auf die Welt kommt. Aber das ist ja nur das Gesamtergebnis. Was im Bauch alles passiert, wie wann und wohin sich das Baby drehen muss, wie die Mutter dem Kind und sich selbst helfen kann, all dass gehört auch dazu.
Wie hat unsere Hebamme Ulrike so schön gemeint, man muss sich einfach vorstellen, dass man darauf wartet einen großen Berg zu Besteigen. Die Hebamme ist die Bergführerin, die uns anweist. Erst muss man sich alles bereit legen was man braucht, was die Kliniktasche ist. Irgendwann kommt dann der Befehl von unserem Töchterchen: "Auf! Auf! Es geht los!". Also ab in die Klinik und hier erwartet uns dann die Bergführerin, also eine Hebamme. Sie sagt wann wir rechts gehen oder links gehen bzw. liegen müssen. Sie leitet uns an wann der werdende Vater der werdenden Mutter helfen kann und vor allem wie.
Nach den anschaulichen Erklärungen unserer Hebamme, sollte man Kinder möglichst
nicht im Liegen gebären. Dies ist für Kind und Mutter sehr
anstrengend und stressig. So ist eine
aufrechte Geburt, also stehend, hockend oder auf allen Vieren,
bei weitem einfacher, da hier die Schwerkraft hilft und das Kind leichter seinen Weg durch den Geburtskanal findet. Natürlich ist eine PDA bei einer nichtliegenden Geburt schwer aber die Geburt sollte ja auch schneller voran gehen und nicht 12 Stunden dauern. Wenn die Betäubung zu stark eingestellt ist, kann es passieren, dass die Beine auch ohne Gefühl sind man so auch nicht mehr bewegen oder laufen kann. Ein weiterer Punkt ist, dass durch die Betäubung die Mutter nicht mehr merkt wie das Kind liegt und so das Kind nicht aktiv unterstützen kann bei den Drehungen, die das Baby machen muss um durch den Geburtskanal zu kommen. Den Artikel
"Die besten Geburtsstellungen" bei Babycenter.de fand ich sehr gut zu dem Thema.
Warum also sehr häufig eine liegende Geburt mit PDA gemacht wird ist nicht wirklich zu erklären. Das Kind merkt von der PDA nichts und spürt immer noch alle Schmerzen, wenn es auf das Steißbein trifft oder es wirklich eng wird. Also eine verlängerte Geburt, die das Kind einfach nur stresst, während die Mutter fast unbeteiligt da liegt und von all den Strapazen nicht mitbekommt. Es gibt Studien darüber warum Mütter in anderen Kulturen einfacher gebären und in der westlichen Gesellschaft es nicht so ist. Seit den 70er Jahren wurde die liegende Geburt favorisiert, was es in keiner anderen Kultur gibt. Aber das ist ein anderes Thema.
Hier noch ein paar Blogs in denen die Mütter oder die Väter ihr erlebtes beschreiben.
http://suomilokki.blogspot.com/ - Hugos Geburthttp://sawyer.vieldeutig.de/ - Das Wunder der GeburtSteißbeinprellung bei der GeburtNunja es gibt nachdem Kurs also ein paar Sachen, die wir uns bei der Geburt wünschen. Wie es dann sein wird, kann man ja jetzt noch nicht wissen.
Ja und am Nachmittag war dann der
Babypflegekurs bei dem auch der
werdende Vater schon mal an einer Puppe
das Wickeln üben darf. Sehr interessant, wie man das Baby halten sollte, wie man es wäscht und badet. So haben wir auch erfahren, dass Babys am Anfang eigentlich komplett
ohne Shampoo, Seife oder Cremes auskommt.
Einfaches klares Wasser reicht völlig aus um das
Kind zu waschen. Natürlich, das Kind wird ja nicht schmutzig wenn schläft, gestillt wird oder trinkt. In einigen Ländern wird das Kind einfach nur mit
kalt gepressten Olivenöl oder Mandelöl eingerieben und wird dann in die Babywanne mit schönem warmem Wasser gelegt. Durch die Wärme öffnen sich dann die Poren und sagen das Öl auf. Einfach clever!
Und dann ist da das Wickeln. Auch eine Wissenschaft für sich. Ich kenne es noch aus meiner Kindheit in der DDR, als es keine Pampers oder andere Wegwerfwindeln gab. Es wurde mit
Baumwollwindeln gewickelt und einem Spreizhöschen drüber, da das sogenannte
breite Wickeln oder Breitwickeln. Es unterstützt die Entwicklung der Hüfte. Eigentlich ist fast jede Wegwerfwindel zu schmal um breit zu Wickeln.
Aber wenn wir uns für Wegwerfwindeln entscheiden, dann sollen wir unterschiedliche Marken testen, da fast alle anders geschnitten sind. Was wir auch nicht wussten, dass fast alle gebleichten
Wegwerfwindeln, also alle weisen Windeln,
parfümiert sind. Damit es nicht so riecht ist die Begründung. Aber ein Kind was gestillt wird, hat keine "riechenden" Ausscheidungen. Also mal schauen was die Ökowindeln, wie
Moltex Öko, so bieten, denn diese sind
nicht parfümiert.
Aber was wir viel erstaunlicher fanden, das die
Wegwerfwindeln aufgrund ihrer Beschaffenheit zu einem sogenannten
Hitzestau führen und so schon in den ersten Lebensjahren den
Hoden der Jungs schädigen, was zu einer
späteren Unfruchtbarkeit führen kann. Dies ist auch nicht nur eine Theorie sondern mittlerweile auch belegt. In der Mens Health stand dazu:
"Kühle Hoden
In Wegwerfwindeln herrscht ein um drei Grad wärmeres Klima als in Stoffwindeln. Und das könnte schon im Babyalter den Grundstein für Unfruchtbarkeit legen, sagen Forscher. Hilft später konsequente Kühlung? 25 Patienten testeten einen Apparat, bei dem mit Aquarienpumpen dem Hoden nachts ständig kühle Luft zugefächelt wurde. Die Spermatogramme besserten sich deutlich.
Quelle: Uni-Kinderklinik Kiel/ Uni Gießen"
Bei "
Lottis Naturtextilien" habe ich auch noch was zu den Windeln in der DDR gefunden und warum
Textilwindeln besser sind in Bezug auf die Fruchtbarkeit. Ansonsten haben wir ja in München immer noch den
Münchner-Windelservice, der Baumwollwindeln liefert und abholt, so dass man selber nicht den Stress mit dem Waschen hat. Eine durchaus
überlegenswerte Alternative.
Wie man merkt, war der gestrige Tag wirklich sehr interessant und ich habe wirklich viel gelernt. Ich fühle mich auf jeden Fall etwas besser auf das Projekt
"Papa sein" vorbereitet.